Mi–Do, 14–18:00 Uhr, und nach Vereinbarung
Per Schlagwortsuche sind in der Rechtsprechungsdatenbank NRWE
(https://nrwesuche.justiz.nrw.de/) Entscheidungen der nordrhein-westfälischen Gerichte abrufbar. Anonymisiert finden sich dort Details zu Tathergängen und zu den vor Gericht erfragten Lebensläufen von Angeklagten. Veröffentlicht werden diejenigen Urteile, die "für die Öffentlichkeit von Wichtigkeit" sind. In ihrer Recherche hat Suse Itzel sich mit Prozessen aufgrund von Sexuellem Kindesmissbrauch beschäftigt. Wie viele Verurteilungen sind allein auf Aussagen der Geschädigten zurückzuführen? Wie oft waren Missbrauchsabbildungen der ausschlaggebende Beweis? Wie oft hat die Gewalt über Jahre hinweg stattgefunden? Nach welchen Kriterien wird entschieden, welche Urteile "für die Öffentlichkeit von Wichtigkeit" sind? Wie kann sie sich als Künstlerin dieser Datenbank nähern? Wie kann sie dabei mit den grausamen Details in diesen Urteilen umgehen?
Aus der Recherche entstand zunächst der visuelle Part einer Rauminstallation, der Sich die Besucher*innen nähern können, ohne sofort von Grausamkeiten überwältigt zu werden. Über Kopfhörer greift ein Audiotrack die Recherchefragen auf. In essayistischer Form reflektiert er auch Itzels eigene biographische Verstrickung: Wäre sie selber froh gewesen über die Verurteilung ihres Täters? Hätte es damals für eine Anzeige überhaupt gereicht? Hätte es für sie etwas verändert?