16. Oktober 2026
18. Oktober

UNTERFLÄCHEN

Dietmar Frings & Caroline Schilling
Adresse:
Bayenstr. 28
50678 Köln
Besondere Öffnungszeiten:

Vernissage

Freitag, 16. Oktober 2026, 18–22 Uhr
Samstag, 17. Oktober 2026, 14–22 Uhr

Sonntag, 18. Oktober 2026, 14–18 Uhr

Anfahrt:
Severinstraße (Stadtbahn 3 / 4) / Ubierring (Stadtbahn 15 / 16), Rheinauhafen (Buslinie 106).

Der Kunsthafen befindet im Kunsthaus Rhenania und ist im Kölner Rheinauhafen auf Höhe der Kranhäuser direkt am Yachthafen gelegen. Bitte beachten Sie, dass es nur begrenzte Parkmöglichkeiten vor dem Haus gibt. Wir empfehlen die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
UNTERFLÄCHEN

Was liegt unter einer Oberfläche? Was wird sichtbar, wenn der Blick näher kommt – und was entzieht sich zugleich der eindeutigen Lesbarkeit?
Die Ausstellung UNTERFLÄCHEN zeigt die künstlerischen Positionen von Dietmar Frings und Caroline Schilling.
Beide arbeiten an der Grenze von Form, Material und Oberfläche. Ihre Arbeiten thematisieren Körperlichkeit, Ausdehnung, Verletzlichkeit und Veränderung.
Dietmar Frings untersucht in seinen Skulpturen und Installationen Kräfte, Ausdehnung und Bewegung. Wie wirkt etwas auf den Raum? Wie dehnt sich ein Körper aus, wie verändert sich seine Form? Seine Arbeiten bleiben dabei bewusst offen und unkonkret. Sie entziehen sich einer eindeutigen Lesart und entwickeln eine eigene, wesenhafte Präsenz. Frings kombiniert unterschiedliche Materialien wie Marmor, Keramik, Kunststoffe, Leinen, Holz zu sinnlichen, von Gegensätzen getragenen Formen. Feine Oberflächendifferenzierungen treffen auf spannungsreiche Ausdehnungen, zarte Details auf körperhaftes Volumen. Die Schwere und Festigkeit dunkler Keramik verbindet sich mit farbigen, aufblasbaren Kunststoffelementen, die sich weich, scheinbar schwerelos und ausgreifend in den Raum schieben. Es entsteht ein spannungsvolles Gefüge, in dem sich die unterschiedlichen Materialien zugleich gegenseitig bedrängen und stützen. Mehrere Meter lange Verbindungen aus Holz, Stoff und Garn schwingen in den Raum und machen Bewegung und Zeit erfahrbar.
Frings Arbeiten vermitteln den Eindruck eines Zustands zwischen vorher und nachher – als wäre eine Bewegung gerade geschehen oder würde im nächsten Moment einsetzen.
Caroline Schilling widmet sich dem männlich gelesenen Körper – seiner Oberfläche, seiner Materialität und seiner Verletzlichkeit. Ausgangspunkt sind Nahaufnahmen von Körperdetails, die in Öl auf grobe Leinwände übertragen werden. Die offen sichtbare Struktur des Gewebes legt sich über die gemalten Körperfragmente wie eine zusätzliche Haut. Das Bild bleibt nah am Körper und entzieht ihn zugleich dem direkten und voyeuristischen Zugriff.
In einer weiteren Herangehensweise werden fotografische Detailaufnahmen digital bearbeitet, verfremdet und verdichtet. Der Blick ist radikal nah: Haut, Haare, Falten, Pigmentierungen und Übergänge lösen sich vom eindeutig lesbaren Körper. Es entstehen eigenständige Landschaften, Strukturen und abstrakte Bildräume. Gedruckt werden die Arbeiten auf gebrauchte Holzplatten: Arbeitsplatten, Schneidebretter oder andere Gebrauchsoberflächen. Maserungen, Gebrauchsspuren und Beschädigungen treffen auf fotografierte Haut und verbinden Körper und Material, gewachsene und bearbeitete Oberfläche.
In UNTERFLÄCHEN wird das Verhältnis von Form und Oberfläche zum Thema. Die Oberfläche ist nicht nur äußere Begrenzung. Sie trägt Spuren, Geschichte und Spannung in sich. Sie verdeckt und offenbart zugleich.
Von unten gesehen wird die Unterfläche zur Oberfläche.