Di–Fr, 13-19 Uhr / Sa, 13-16 Uhr
Die artothek – Raum für junge Kunst bleibt am 11.11.23 geschlossen!
Arne Schmitts Arbeiten sind subtile Bestandsaufnahmen des Alltäglichen, die von der Fotografie ausgehen. Dem Visuellen stellt Schmitt Texte zur Seite, die er selbst verfasst oder aus historischen Quellen zitiert und neu editiert.
In der artothek zeigt Arne Schmitt unter dem Titel „Die Gute Form, es gibt sie nicht.“ eine Auswahl von Fotografien aus dem Stadtbild von Zürich und Köln, sein aktuelles Buch „Things“ – eine ungewöhnliche Mischung aus Künstlertagebuch und Reiseführer - eine Videoarbeit zur Guten Form des modernen Wohnens, sowie eine Arbeit, in der er unsere Beziehungen zu Städten vergleicht mit unseren menschlichen Beziehungen.
Die „Gute Form" als gestalterische Zielsetzung wurde im frühen 20. Jahrhundert entwickelt zur ästhetischen Erziehung der breiten Bevölkerung verbunden mit der Hoffnung, sie zu besseren Menschen zu formen. Sie diente als Grundlage für architektonische Konzepte und Formentwicklungen im Gebrauchsdesign. Bis heute schwingt der Wunsch nach Funktionalität, Klarheit und Schönheit bei „Gutem Design“ mit. Allerdings wird darin nicht mehr die Geschmackserziehung einer breit gedachten Gesellschaft angestrebt, sondern es findet eine Abgrenzung vom Gewöhnlichen durch individuell vorhandenes ökonomisches und kulturelles Kapital statt.
Auf der Suche nach Erscheinungen der „Guten Form“ im Alltag unserer heutigen Städte hat Arne Schmitt in seinen ästhetisch präzisen Fotografien Situationen entdeckt, in denen gestalterischer Anspruch auf gescheiterte Realität trifft, in der ausgefeilte Werbeästhetik auf belanglose Alltagsumgebung stößt und in denen sich trotzdem ein Erleben von Schönheit nachspüren lässt, eine Schönheit, die eher in der Authentizität als im abstrakten Ideal verortet ist.
Den Arbeiten der Ausstellung ist die Beschäftigung mit der Beziehung von städtischen Innen- wie Außenräumen gemeinsam, wofür die räumliche Situation der artothek ein besonderes prägnantes Beispiel darstellt.