Während der Ausstellungen täglich von 16-20 Uhr und nach Vereinbarung. Zugang über den Infopoint.
Die beiden Künstler Michael Nowottny und Gil Shachar arbeiteten, unabhängig voneinander, in Langzeitprojekten an dem Thema Wal und Mensch. Mit St. Gertrud fanden sie einen kongenialen Ort für die Ausstellung ihrer Arbeiten. Der Innenraum von St. Gertrud erzeugt durch die sparsame Beleuchtung und seine groben, verschachtelten Wände aus Sichtbeton eine existenziell berührende Atmosphäre.
2009 hatte der Bildhauer Gil Shachar die Vision, einen gestrandeten Wal in seiner Ganzheit abzuformen, ihn in seiner überwältigenden Größe künstlerisch „einzufangen“. Nach einer jahrelangen Vorbereitungs- und Wartephase bot sich im August 2018 die Gelegenheit, einen an der Westküste Südafrikas an Strand gespülten, 14 m langen Buckelwal abzuformen. Von dem natürlichen Abdruck wurde im Frühjahr 2019 in Kapstadt, in einem aufwändigen Arbeitsprozess, die Wal-Skulptur abgegossen. Die entstandene, in St.Gertrud gezeigte Skulptur ermöglicht die tiefberührende Begegnung mit existenziellen Dimensionen unseres Daseins und unseres Umgangs mit der Welt.
Michael Nowottny beschäftigt sich seit 2003 künstlerisch mit den von Herman Melville 1851 erschienenen Roman „Moby Dick“. In Gemälden, Zeichnungen, Installationen, Filmen und Performances hat er die vielfältigen Themen des weltberühmten Romans, der so viele Aspekte unserer menschlichen Existenz behandelt, immer wieder künstlerisch bearbeitet und in den verschiedenen Medien umgesetzt. Die Ausstellung fokussiert sich auf die filmischen Arbeiten aus der Werkgruppe. Ergänzend wird in der Krypta das Buchprojekt Nowottnys „GESTRANDET – Teil 1 Die Jagd“ vorgestellt.