28. August 2026
20. September

Let's talk about the Art World - Tröööt! Tataaa! Konfetti, Seidenstrümpfe und Supplements

Andrea Wolf, Firat Tagal, Luis Garcia Bohlscheid
Address:
Poller Kirchweg 78–90
51105 Cologne
Special opening hours:

28.08.-20.09.26

Vernissage: 28.08. 18 Uhr
Finissage: 20.09. 12-19 Uhr
29.08. 14:00 Uhr:„Kein Kaffeekränzchen“– Gespräch über Inklusion und künstlerische Praxis mit Andrea Wolf bei Kaffee und Kuchen.

Öffnungszeiten: Sa+So immer 15-18 Uhr,
Offene Ateliers: 19.09. 14-18 Uhr, 20.09. 12-19 Uhr

ARTXPRESS Fahrtzeiten: Termine (Haltestellen im Stadtraum) 30.08. / 27.11. jeweils 15–18 Uhr Termine (buchbar) 29.–30.08. / 27.–28.11.
Spontan zusteigen oder Termin buchen unter: +49 1523 7154073

Directions:
Raiffeisenstraße (tram 7)
Let's talk about the Art World - Tröööt! Tataaa! Konfetti, Seidenstrümpfe und Supplements

c/o Q18: Tröööt! Tataaa! - Konfetti, Seidenstrümpfe und Supplements

Die Ausstellung ist Teil der Reihe „Let’s Talk About the Art World“. Im Mittelpunkt der dritten Ausgabe steht die Sichtbarkeit von Künstler:innen mit Beeinträchtigung sowie der Austausch über Inklusion im Kunstbetrieb zwischen den Ateliergemeinschaften des Kaethe:k und dem Q18. Die Ausstellung präsentiert Arbeiten dreier Künstler:innen der inklusiven Ateliergemeinschaft Kaethe:k: Andrea Wolf, Firat Tagal und Luis Garcia Bohlscheid. Trotz unterschiedlicher künstlerischer Zugänge in Objekt, Malerei und Textil verbindet sie ein gemeinsames Interesse an zwischenmenschlichen Beziehungen, Gewohnheiten, Körperbildern und Formen des Zusammenlebens.

Andrea Wolf arbeitet mit organischen Materialien und Biomasse. In ihren Arbeiten untersucht sie sogenannte „Missing Links“, Sammelpraktiken sowie Ambivalenzen des Körperlichen zwischen Anziehung und Irritation. Aus Materialien wie Seidenstrümpfen entwickelt sie organisch anmutende Formen, die an Körperfragmente erinnern.

Firat Tagal verfolgt das Ziel, alle Bundesländer Deutschlands zu bereisen und seine Beobachtungen vor Ort zeichnerisch zu dokumentieren. Ein besonderer Fokus liegt auf Bahnhöfen als sozialen Knotenpunkten. Ihn interessieren dort insbesondere Essgewohnheiten sowie Zusammenhänge zwischen Ernährung, Körperbildern und Fitnesskulturen, insbesondere im Kontext von Bodybuilding und Nahrungsergänzungsmitteln.

Luis Garcia Bohlscheid beschäftigt sich mit Festen und gemeinschaftlichen Feierformen. Geburtstage und andere Anlässe bereitet er sorgfältig vor: Er gestaltet Einladungskarten, entwickelt Dekorationen und setzt sich zeichnerisch und textil mit Momenten von Freude, Gemeinschaft und sozialer Begegnung auseinander. Die drei Positionen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Vorstellungen von Körper und Alltag: von Nahrungsergänzungsmitteln über Seidenstrümpfe und Biomasse bis hin zu Konfetti.

ARTXPRESS: Ergänzend erweitert der „ARTXPRESS“ den Ausstellungsraum in die Stadt: Ein Auto mit einem kleinen Kunstwerk an Bord lädt zufällig zusteigende Fahrgäste zu einem spontanen Austausch über Kunst ein und verbindet performative Praxis mit Vermittlung im öffentlichen Raum, während das Projekt mit einem ironischen Augenzwinkern gängige Klischees über Künstler, etwa den bekannten Pommesbudenwitz, aufgreift und zugleich reale Prekarität sowie Unsicherheiten im Kunstbetrieb thematisiert. Auf diese Weise eröffnet die Ausstellungsreihe einen Diskussionsraum, der den Austausch über Sichtbarkeit, Macht, Wert und Klassismus in der Kunstwelt sucht.

Luis Garcia Bohlscheid (*1958, lebt in Köln) liebt Festlichkeiten und hat diese in den Mittelpunkt seiner künstlerischen Arbeit gerückt. Mit einem besonderen Gespür für Details entwirft er farbenprächtige, fantasievolle Bildzyklen, die tief in Rituale, Bräuche und die Kunst der Kostümierung eintauchen. Seine Begeisterung für festliche Kleidung, kunstvolle Dekorationen und die Magie von Veranstaltungen spiegelt sich in seinem Werk wider: Wie ein Eventplaner definiert er präzise Räume, Orte, Zeiten, Regeln und Rituale. Seine künstlerische Praxis entwickelt sich stetig weiter, indem er seine charakteristischen Themen zunehmend in raumgreifende Installationen überführt.

Andrea Wolf (*1958, lebt in Köln und arbeitet in Pulheim) betreibt künstlerische Feldforschung, indem sie organische und anorganische Fundstücke sammelt, ordnet und zu seriellen Objekten, textilen Arbeiten und Installationen verarbeitet. In ihren Werken erforscht sie Prozesse des Alterns, der körperlichen Reparatur und die Beziehung zwischen Innen und Außen. Mit ihrem seit 2023 entstehenden Zyklus BIOMASSE entwickelt sie eine Technik, die Skulpturen von irritierender Sinnlichkeit schafft, zugleich an Haut, Organe und Unterwasserlebewesen erinnernd. Wolf ist Mitglied der Ateliergemeinschaft kaethe:k, wo sie ihre Forschung in kollaborativen und ortsspezifischen Projekten weiterführt.

Firat Tagal (*1997, lebt und arbeitet in Pulheim) bewegt sich mit seiner klaren, reduzierten Formsprache zwischen Malerei und Objektkunst. Ausgehend von einer Serie zu brutalistischer Architektur entwickelt er serielle Werkgruppen zu Themen wie Schmuck in der Hip-Hop-Kultur, türkischen Hochzeitsbräuchen oder Alltagsobjekten. Neben seiner plakativen Malweise arbeitet er zunehmend mit Holz- und Keramikobjekten, die seine Formensprache in den Raum erweitern. Tagal ist Teil der inklusiven Ateliergemeinschaft kaethe:k und realisiert dort kontinuierlich Einzel- und Gruppenausstellungen.

ARTXPRESS gefördert durch; Quartier am Hafen, RheinEnergieStiftung Kultur