Thurs-Sat, 3–6 p.m. and by arrangement
Elia Castino
Silvan and the Cave
Eröffnung: 9. Mai, 18 bis 21 Uhr
10. Mai bis 20. Juni 2026
Elia Castino erforscht in seiner künstlerischen Praxis Lebensräume und setzt sich mit einer erweiterten Idee des Wohnens auseinander; entkoppelt von den physischen Grenzen und Normen eines Hauses. Gespeist wird seine Inspiration vom norditalienischen Piemont, seiner Heimat, den ländlichen Traditionen, der regionalspezifischen Baukunst und von der geologischen Beschaffenheit der Region. Handwerk und intellektuelle Reflexion greifen in seiner Praxis ineinander und setzen Materialien, Gebrauchsgegenstände und Mobiliar in neue Kontexte.
In Silvan and the Cave widmet sich Elia Castino den zirkulären Verhältnissen von Natur und Kultur. Sedimentäre Ablagerungen setzt er in Beziehung zu Kulturprodukten wie landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Ornamentreliefs, religiöse Praktiken zu urzeitlichen Behausungen. Die Auseinandersetzung Castinos mit diesem Gedanken eines Kreislaufs und gegenseitigen Bezugnahmen wird durch Sagen, Geschichten und profane wie sakrale Riten angereichert.
In der römischen Mythologie wird Silvanus als Waldgott verehrt; als Gott des bäuerlichen Weltbildes und Erfinder des Pflanzenbaus. Als Verkörperung der Naturgewalten und des Wachstums wurde er in der Ikonographie als mit einem Tierfell bekleideter, bärtiger Eremit dargestellt. Die Geschichte, die uns Elia Castino erzählt, adaptiert diesen Typus des Gottes Silvanus und überträgt ihn in die profane Gestalt eines Esels; Nutztier und treuer Begleiter des bäuerlichen Standes. Silvan, der Esel, wird zum Ausgangs- und Mittelpunkt einer Erzählung, die urbane Gefüge, regionale Identitäten und den retrospektiven Blick auf die Verschränkung von Natur und Kultur verbindet.
Elia Castino (*1992, IT) studierte am Amsterdamer Sandberg Institut im Studio for Immediate Spaces sowie an der Politecnico di Milano und der UCA Canterbury. Seine künstlerische Arbeit zeigte er in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen; darunter beim Border Buda-Projekt in Brüssel (2025), dem Green Corridor in Brüssel (2023), im Spazio Martín in Mailand (2023) und bei RENEENEE in Amsterdam (2022).
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