01. Mai 2026
15. Juni

GRUND / RISS

langeschmidt
Besondere Öffnungszeiten:

24/7

  • © Heike Ander

  • © Nadine Müseler

GRUND / RISS

Mit dem Motiv "GRUND/RISS" präsentieren die Dresdner Künstlerinnen Hanne Lange und Juliane Schmidt ab 1. Mai 2026 eine neue künstlerische Arbeit im Rahmen des Projekts "Kunst an Kölner Litfaßsäulen". Das Künstlerinnenduo, das unter dem Namen langeschmidt arbeitet, setzt sich in seiner aktuellen Arbeit mit den sozialen und ökonomischen Bedingungen des Wohnens in der Stadt auseinander.

Ausgangspunkt der Arbeit ist eine einfache, zugleich drängende Frage: Wer kann heute noch wie und wo wohnen? Steigende Mieten, knapper Wohnraum und wachsende soziale Ungleichheit prägen das Leben in urbanen Räumen – auch in Köln. "GRUND/RISS" greift diese Entwicklungen auf und übersetzt sie in eine visuelle Form, die zwischen Dokumentation und Abstraktion pendelt.
Foto von dem neuen Motiv der Kunstsäule: ein verdichtetes Konstrukt aus Grundrissen von Kölner Wohnungen. Das Motiv basiert auf realen Wohnungsangeboten, die über digitale Immobilienportale recherchiert wurden. Unter festgelegten Parametern – Köln, maximale Kaltmiete von 1.000 Euro, drei Zimmer – ergab sich ein äußerst begrenztes Angebot. Die Grundrisse dieser Wohnungen werden in der Arbeit übereinandergelegt und verdichtet. So entsteht eine hypothetische Wohnfläche, die zugleich Möglichkeitsraum und kritischer Kommentar ist.

Formal knüpft "GRUND/RISS" an die Geschichte der Litfaßsäule als analogen Informationsort an. Wohnungsanzeigen, die früher auf Papier im Stadtraum zirkulierten, wurden überklebt, fragmentiert und neu zusammengesetzt. Dieses Prinzip der Überlagerung greifen Lange und Schmidt auf und übertragen es in eine reduzierte, grafische Bildsprache. Flächen verschieben sich, Grenzen verschwimmen – ein visuelles Echo auf die Instabilität gegenwärtiger Wohnverhältnisse.

Die Künstlerinnen verfolgen dabei einen konzeptuellen Ansatz, der sich durch Reduktion und Präzision auszeichnet. Ihre Arbeiten entstehen aus der Beobachtung alltäglicher Prozesse, die sie abstrahieren und fragmentieren. In "GRUND/RISS" wird diese Methode zu einem Instrument gesellschaftlicher Analyse: Wohnen erscheint nicht als selbstverständliche Grundlage, sondern als umkämpfte Ressource.

Das Motiv "GRUND/RISS" ist bis Mitte Juni auf den 27 Kunstsäulen im gesamten Kölner Stadtgebiet zu sehen.

Vom 29. bis 31. Mai werden Hanne Lange und Juliane Schmidt persönlich zu Gast in Köln sein.