In Auseinandersetzung mit dem eigenen Künstlersubjekt schreibt Steffen Jopp sich stets selbst in seine Arbeiten hinein – sei es auf performativer, auditiver oder textlicher Ebene. Für seine kommende Ausstellung „Semihard“ im Mouches Volantes knüpft Jopp als exhibitionistisches Künstlersubjekt an vergangene Ausstellungen an und macht die Betrachter*innen zu Voyeuren seines künstlerischen Ichs. Dieses konstruiert der Künstler jedoch nicht auf der Folie des unnahbaren Genies, vielmehr legt er seine eigene Verletzlichkeit offen und befüllt seine Skulpturen und Soundelemente wie Gefäße damit.
In diesem Setting entzieht sich „Semihard“ einer Zuordnung: zwischen aufdringlicher Männlichkeit und fragiler Identitätskonstruktion, zwischen Begehren und Wehmut. Doch auch Jopps vermeintliche Wehmut ist „Semihard“ – sie verschwimmt in popkultureller Einbildung und selbstironischer Verklärung.

Nicole Trzeja